Der etwas andere Ironman Hamburg 2018 …

…. Oder wie Blaualgen einem den Tag (Urlaub) vermiesen können.

Ironman Hamburg 2018 Pre-RaceDayAngemeldet für den IronMan Hamburg 2018 hatten wir uns bereits im Oktober 2017 und freuten uns auf 3,8 KM Schwimmen in der Alster, 180 KM Radfahren am Deich und 42,2 KM Laufen an der Alster und Hamburg’s Innenstadt.

Wir sind bereits am Mittwoch vor dem Wettkampftag nach Hamburg gereist, um die Stadt ein wenig zu genießen.

Nachdem wir unser Wettkampf Warm-Up hinter uns hatten, ging es am Freitag Nachmittag auf die Wettkampf Besprechung im Mehr!-Theater dann die schlechte Nachricht, dass das Schwimmen nicht stattfinden kann. Die Blaualgen-Konzentration in der Alster war zu hoch und somit im gesundheitsschädlichen Bereich.Ironman Hamburg 2018 Pre-RaceDay

Die Laune bei uns war dann erst mal im Keller, zum einen weil es Caro’s Paradedisziplin ist und zum anderen weil Simon’s erster Ironman ein Wettkampf aus allen 3 Disziplinen sein sollte.

 

The day before race day

Am Samstag nachmittag brachten wir unsere Räder an den Ballindamm zum Bike Check-In. Die Wechselzone war mit ihren 500 Metern nicht grade kurz, ansonsten war sie aber sehr übersichtlich. Die Räder brachten wir an die Plätze und hängten den Rad- sowie Lauf-Beutel an die dafür vorgesehenen Ständer.
Auch der Finish-Line statteten wir einen kurzen Besuch ab.Ironman Hamburg 2018 Finish Line mal anders

Bevor es dann zum Abendessen ging, spielten wir den Ablauf vom Race day nochmal gedanklich im Detail im Kopf durch, um sicher zu sein, dass alles vorbereitet und nichts vergessen ist.

Mit unserer 13-köpfigen Support-Crew (Familie & Freunde) ging es zu einem Italiener in der Nähe unseres Hotels, die Kohlehydrat-Speicher mit Pasta auf zufüllen.

 

Race day

Die Nacht war ruhig und wir bekamen sogar ein paar Stunden Schlaf. Um 4:15 klingelte dann der Wecker. Kurz „frisch“ machen im Bad und dann ein Frühstück auf dem Hotel-Bett 🙂

Wir packten unsere Verpflegung, Trinkflaschen, Uhren, und alles was sonst noch dazu gehört …. zusammen und machten uns auf zur U-Bahn Haltestelle „Steinstraße“. Simon’s Dad begleitete uns zur Wechselzone, wo wir den letzten Feinschliff an den Rädern vornahmen – Reifen aufgepumpt, feste und flüssige Verpflegung am Rad angebracht, Schuhe mit Haushaltsgummis fixiert. Ungewohnt heute war der Gang zum Laufbeutel um die Laufschuhe und Startnummer, an Stelle von Neo, Badekappe und Schwimmbrille anzuziehen. Nachdem wir unsere Familie und Freunde verabschiedet hatten, ging es dann zur Startaufstellung. Man konnte sich in Start-Blocks mit Laufzeit / KM (4:00, 4:30, …) einteilen.

Ironman Hamburg 2018 Race Day 6K RunDie erste Disziplin erfolgte im Rolling Start- heißt, alle 5 Sekunden werden 3 Athleten auf die 6 km lange Laufstrecke geschickt. Leider haben sich auch hier viele Athleten der „falschen“ Laufzeit- Gruppe zugeordnet, was später auf der 1. Radrunde noch zu einem größeren Problem werden sollte… Aber dazu später mehr!

Bereits nach den ersten 1-2 km überholten wir etliche gehende Athleten. Bei uns aber lief es gut, die Beine waren locker, die Stimmung an der Strecke bereits fantastisch, also beschlossen wir den Lauf gemeinsam Seite an Seite zu absolvieren. Nach 27:37 min war dieser geschafft- also rein in die Wechselzone, Laufschuhe aus, Helm und Brille an und ab durch die Wechselzone auf den Weg zum Rad und los zur 2. Disziplin am Tag, den 180 km Radfahren.

Ironman Hamburg 2018 Race Day Caro Transition BikeIronman Hamburg 2018 Race Day Simon Bike

Die Radstrecke über 2 Runden a 90 km und mit nur wenigen Höhenmetern, führte uns durch das Stimmungsnest in der Stadt raus Richtung Elbdeich. Dort entlang verbrachten wir die meiste Zeit im Sattel. Wie bereits gedacht, stellten wir auf der 1. Runde fest, dass bereits einige Triathleten auf der Strecke waren und in kleineren/ größeren Grüppchen nebeneinanderher oder zusammen fuhren. Es war ein ständiges überholen und überholt werden, wieder langsamer werdend, schauen dass man keine Zeitstrafe oder Disqualifikation bekommt…

Ironman Hamburg 2018 Race Day Caro BikeIn Geestacht war der erste Wendepunkt und mit etwas Rückenwind ging es nun zurück in Richtung Stadt. Auf dem holprigen Stück Kopfsteinpflaster verlor Caro in der ersten Runde bereits ihre Werkzeugflasche (auf der 2. Runde erneut ;-)), sodass sie absteigen und sie holen musste.

Durch die tosende Menge der Stadt ging es auf die 2. Runde wieder raus zum Elbdeich. Hier merkte man, dass der Wind deutlich zugenommen hat und man auf dem Hinweg bis zum Wendepunkt deutlich mehr arbeiten musste. Auch hier erwiesen sich die Aero Laufräder von Citec (Vo. 8000 CX/80 CARBON / Hi. 8000 CX/63 CARBON) als optimale Wahl.

Ironman Hamburg 2018 Race Day Simon BikeMit dem aufkommenden Wind und durch die Arbeit zuvor, zog sich das „Feld“ aber auch deutlich in die Länge, sodass die 2. Runde etwas „entspannter“ verlief. Nach dem Wendepunkt wussten wir es geht mit Rückenwind zurück in die Stadt. Caro hatte ab km 140 ein kurzes Tief, Simon hingegen auf einmal den Zeitfahrmodus für sich entdeckt und sammelte so nach und nach weitere Athleten ein und fuhr ein ordentliches Stück voraus.

Zurück über den Großmarkt ging es in Richtung Fanmeile und dem Radabstieg. Auch hier stand unsere Familie und Freunde wieder bereit, Caro konnte auf dem letzten Stück noch ein wenig aufholen und so stiegen wir kurz nacheinander vom Rad.

Nun ging alles recht schnell- Rad aufgehängt, kurzen Dixi- Stopp, Wechselbeutel geschnappt, zum 2. Mal an diesem Tag rein in die Laufschuhe, Mütze auf, Verpflegung geschnappt und schon waren wir auf der 42,2 km langen Laufstrecke angelangt.

Ironman Hamburg 2018 Race Day Simon Run

Auf der ersten von 4 Runden ließen wir die Beine einfach laufen und merkten nach kurzer Zeit, dass wir deutlich unter unserem angepeilten Wettkampftempo liefen. Simon ging mit dem nötigen Respekt auf die Laufstrecke und ließ Caro nach den ersten 2 km ziehen, er wollte seinen ersten Ironman auf jeden Fall finishen. Caro lief von Beginn mit einer Athletin ihrer Altersklasse, sie sammelten nach und nach einige Männer ein. Nach 2 Runden musste auch sie diese ziehen lassen. Wie zuvor auf dem Rad setzten wir unsere Verpflegungsstrategie mit den Produkten (Gels, Riegel,…) der Schweizer Marke Sponser um, was an diesem Tag wirklich perfekt zusammenpasse und wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatten energetisch in ein Loch zu fallen.Ironman Hamburg 2018 Race Day Caro Run

Neu für uns war der Gebrauch der „Special Needs Beutel“. Hier konnte man alles, was einem beliebt deponieren und zu Beginn jeder Runde mit auf die Strecke nehmen. Auch dieser erwies sich an „dem längsten Tag des Jahres“ als sehr praktisch und wird mit Sicherheit in den nächsten Langdistanzen bei uns wieder zum Einsatz kommen.

Ironman Hamburg 2018 Race Day Caro RunSo arbeiteten wir uns Runde für Runde vorbei an den tosenden Fans, unserer Crew, die sich über die Strecke aufgeteilt hat und die man bereits von Weitem hören könnte, von einem Stimmungsnest in das nächste. Bei Caro finden nach ca. 25km leichte Muskelschmerzen in den Beinen an, sodass sie (auch der Hitze bedingt) ab dann an jeder Verpflegungsstation kurz gehen musste. Simon tat dies schon früher, sodass er in der letzten Runde noch einmal an Tempo zulegen konnte. Für uns hieß das- Wasser, Cola, Gel, Eiswürfel und Schwämmen in den Anzug um sich etwas runter zu kühlen… Eine richtige Wohltat und auch so hatte man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl es nicht zu schaffen.

Die letzte Runde verging für uns beide wie im Flug und so kamen, mit der tobenden Menge schon 1 km vor der Ironman Hamburg 2018 Race Day Simon Finish LineFinishline und dem Einlauf am Rathaus, alle Emotionen- Gänsehaut und auch Tränen in einem hoch. Nach 3:37 h Marathon für Caro und 3:52 h für Simon und dem Satz, den jeder Triathlet nach einem harten Wettkampftag hört, „You are an Ironman“ beendeten wir beide glücklich und sehr zufrieden ein (fast) perfektes Rennen.

 

Siegerehrung am Tag danach

Ironman Hamburg 2018 Award Ceremony Caro 2nd PlaceNach einer kurzen Nacht ging es Montags um 11 Uhr zum Ironman Hamburg Award Banquet im Mehr! Theater in Hamburg’s Großmarkt.
Neben einem ordentlichen Frühstück / Brunch, gab es zudem eine Medaille für Caro. Sie hat mit ihrer Leistung zuvor den 2. in der AK 25 – 29 auf der Triathlon Langdistanz belegt.

Ein riesen Dank gilt zunächst unseren Familien und Freunden, die uns in der Vorbereitung, wirklich immer unterstützt haben und die an dem Besonderen Tag den Weg auf sich genommen haben, um dies auch vor Ort zu tun. Ebenso allen, die wirklich immer von zu Hause aus mitfiebern und uns Kraft schenken.

Danke an Caro’s Trainerin Celia Kuch für die, wieder einmal mehr optimale Vorbereitung auf diesen Wettkampf (auch wenn es dieses Mal nicht so leicht war).

Danke auch an Caro’s Dad- Gesundheitscenter Birkenau/ Physiofey (Facebook Profil), für die Folterei und Behandlung unser lädierten Muskeln 😉

Last but not least, ein riesen Dank an unsere Sponsoren und Partner, die uns mit dem nötigen Equipment versorgen.

In diesem Sinne geht’s für uns nun noch etwas weiter, bevor wir uns an die Planung für nächstes Jahr machen.

Ich hört von uns,

Caro und Simon