Ironman Italien Emilia-Romagna

Ironman Italien Emilia-Romagna – Manchmal sind gute Beine nicht alles…

Ironman Cervia 2017 RaceDay Before Start Sunrising Sunrise

Am Donnerstag machten wir uns mit meiner Familie und Freunden auf den Weg zum Ironman Italien ins wunderschöne Cervia. Nach knapp 10 h Autofahrt gab es nur noch eins- schlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück am Freitag machten wir uns auf den Weg die Startunterlagen holen, den Schwimmstart und die Transition Area anzuschauen. Hier bereits der erste kurze „Schockmoment“- die Wechselzone ist von Schwimmausstieg bis Radaufstieg gut 1100 m lang… Aber gut, müssen ja alle lang!

Am Nachmittag folgte dann der Bike Check- In, ein kurzes Warmlaufen und Schwimmen in der Adria. Das Wasser war sehr angenehm und nicht so salzig wie gedacht. Abendessen und dann ab ins Bett, morgen war ja schließlich für alle ein langer Tag. Simon hat noch schnell seine Radroute für den kommenden Tag herausgesucht, dass er mich auch an der Radstrecke tatkräftig unterstützen kann und das eigene Training nicht zu kurz kommt J

Samstag- der große Tag war gekommen, mein zweiter Ironman nach dem in Frankfurt im letzten Jahr. Ich fühlte mich gut, die Vorbereitung lief und ich hatte ordentlich trainiert. Die Verpflegung am Rad angebracht, ging es auch schon in den Neo, kurzer emotionaler Abschied und ab zum Rolling- Start. Brille sauber machen, in die Startzone und Startschuss. Da ich noch nie einen Wettkampf im Meer absolviert habe, wusste ich überhaupt nicht, wie ich damit klar komme und was mich erwartet. Wellen waren (außer von Athleten, dem Heli oder dem Motorboot) kaum. Die Tatsache, dass wir bis zur ersten Boje (ca. 100 m) rennen ca. 100 m) rennen konnten machte das ganze nochmal entspannter, ich konnte dort schon die 5 Starter vor mir einholen. Die erste Runde kam mir ewig vor, gefühlt hatte ich 100 Athleten vor mir, konnte aber nach und nach mit dem schnellen Neo Propel von (gesponsert von Sports-Block) den ein oder anderen Athleten einholen. Der Ausstieg zum Landgang war wieder mit einem 100m Marsch verbunden. Das hat einige Kraft gekostet, der Blick auf die Uhr zeugte mir aber dass ich sehr gut in der Zeit liege. Die 2. Runde war dann deutlich welliger, sodass ich leider einiges an Salzwasser geschluckt habe.

Nach knapp 52 min war das Schwimmen beendet und es ging in die Wechselzone. Gut an der Länge war, dass man bis zum Zelt den Neo auch wirklich bis zur Hüfte runter hatte 😉 Der Wechsel lief kontrolliert und ich hatte nicht das Gefühl zu viel Zeit gebraucht zu haben. Also ging es los auf die 185 km lange Radstrecke, verteilt auf 2 Runden und auf die ich mich sehr freute. 185 km wunderschöne Landschaft, 185 überwiegend flache Strecke (bis auf einen 2 km Anstieg mit 340 HM), 185 km die ich an diesem Tag nicht zu Ende fahren sollte. Die Beine waren mega gut, ich hatte gut Druck und konnte meinen Schnitt von 35 kmh „entspannt“ fahren/ halten, freute mich sehr Simon bei km 32 zu sehen… bis ich bei km 50 auf einmal ein ungutes Gefühl im Bauch bekam und meine Verpflegung den Weg nach draußen suchte. „Nicht so wild“, dachte ich mir… Nur nicht zu sehr einen Kopf machen. Doch das sollte im Verlauf nicht das einzige Mal gewesen sein. Immer und immer wieder kam mir meine Verpflegung hoch, ich konnte nichts bei mir behalten. Bei km 90 dann der nächste Stopp. Ich wollte dennoch versuchen die 2. Runde zu fahren, vielleicht fängt der Körper sich ja wieder. Doch auch kurze Pausen, aufrechtes sitzen,… es half alles nichts. Die Beine wurden taub, der Körper kalt, der Magen rebellierte und alles krampfte. Schweren Herzens, aber wohl wissend, dass es so keinen Sinn macht, musste ich das Rennen bei km 115 vorzeitig beenden. Der Rückweg mit dem Rad ins Ziel dauerte gefühlt ewig, ich konnte nur langsam rollen, der Körper war leer.

Simon war es der mich instinktiv irgendwo gefunden und zu allen anderen gebracht hat. Ich war froh, dass ich in dieser Situation nicht alleine war und von allen aufgefangen worden bin. Auch wenn die vielen lieben Worte und Aufmunterungen meine Traurigkeit und Enttäuschung nicht nehmen konnten, war ich froh über jeden einzelnen von diesen.

Auch nach ein paar Tagen Abstand kann ich sagen dass es für mich zu diesem Zeitpunkt die einzigste richtige Entscheidung war, man kann leider nichts tun wenn genau gerade an diesem Tag X eine Stellschraube nicht funktioniert.

Der Ironman Italy und die Stadt Cervia sind auf jeden Fall eine Reise wert, und ich verspreche wir werden wieder kommen, um angebrochene Sachen ins Ziel zu bringen.

In diesem Sinne geht es immer weiter,

Caro